Beat Kammerlander meets rockmoves

Gelegenheit, einen der ganz Großen in der Kletterszene zu treffen: Beat Kammelerlander. Der DAV Kleve feiert 10jähriges Vereinsjubiläum und verwöhnt seine Mitglieder mit dem Vortrag “Leben in der Senkrechten” und am nächsten Tag mit einem Kletterworkshop für einige wenige Sektionsmitglieder im Kletterpark Duisburg.

Mit dabei: rockmoves Klettergriffe, weil Duisburg eine der Kletteranlagen ist, die mittlerweile zahlreiche rockmoves-Routen geschraubt hat und damit mehr als glücklich ist. Ein Griffset heißt sogar nach einer der bekanntesten Begehungen Beat Kammerlanders: Prinzip Hoffnung. Wer das Video noch nicht gesehen hat, sollte es unbedingt nach dem Lesen des Beitrages nachholen:)

Uwe trifft Beat nach dem Vortrag und am nächsten Tag beim Workshop. Begeisternd: die Philosophie des Kletterns kommt bekannt vor… beide denken fast gleich, die Art, Kletterer zu coachen erinnert an die eigenen Worte hier in der Löhmaer Schweiz. Wenn ein erfahrener Kletterer mit einem Erfolg wie Beat Kammerlander die Sicht der Dinge teilt, ist das nicht nur menschlich berührend, sondern bestärkt auf einem Weg, den die meisten Kletterhallen nicht zu gehen wagen. Wir werden also weiter das zu vermitteln versuchen, was zwischen den Zeilen des Kletterns steht, versuchen, euch das Gefühl erleben zu lassen, was euch nie mehr loslassen wird, wenn ihr es einmal hattet, wenn euer Körper allen physikalischen Gesetzen zu trotzen scheint und ihr mental ausgelaugt aus einer Route kommt, euch aber wie neugeboren fühlt und immer wieder unterschreiben, dass es ganz einfach das Klettern ist, das euch vorwärts bringt… kein Training an Hanteln, Trainingsboards oder anderen Geräten, die eher ins Fitnessstudio gehören, aber ganz gewiss nicht an den Felsen oder die Kletterwand.

Insofern unvergessliche Momente, nicht nur für Uwe, auch für die Workshopteilnehmer, die zum Teil das erste Mal an einer Wand standen. Beat Kammerlander als Sicherer zu haben ist schon ein Erlebnis für sich…

Beat selbst kletterte die eigens für ihn geschraubte rockmoves-Route 3Beat und gab mit 99,9% die Bestnote für unsere Klettergriffe, weil mehr für eine Naturkopie einfach nicht zu machen ist. (Lektion: Fingerleisten… siehe Galerie)

Und rockmoves? Ein rockmove Klettergriff wird hoffentlich dazu beitragen, Beats aktuelles Kletterprojekt zu lösen… eine neue Route will erarbeitet sein und vielleicht können rockmoves das Thema Entfernung bis zum Felsprojekt lösen, indem der Fels einfach zu Beat nach Hause kommt:)

Die zwei Gesichter des Kletterns…

lifecoaching Wir begegnen ihnen gerade eben Tag für Tag, immer wieder… den beiden Gesichtern.

Nicht nur, dass die Kletterhalle Löhmaer Schweiz mit den rockmoves von Haus aus anders ist, sie ist viel kleiner, individueller, fehlende Höhe wird durch sehr speziell geschraubte Routen ausgeglichen, die auch schon mal für Kletterer, die öfter kommen und an einem bestimmten Thema arbeiten, speziell ge- und umgeschraubt werden.

Aber das allein ist es nicht. Der Versuch, die Angebote aus reinem Eigeninteresse (und fehlender Kraft für alle Ideen, die wir noch umsetzen wollen) konzentrierter einzusetzen und enger zu machen, also nicht mehr für alles da zu sein, führt über die Frage “Was wollen wir mit klettern erreichen?” zu der Erkenntnis, dass da mehr als nur Klettertechnik ist, die vermittelt werden will.

Klettern für die Seele
Die Tendenz ist ja bereits seit langem da, wer uns und die Halle kennt, kann dem auch selten ausweichen:)) Aber hinzu kommen mittlerweile immer mehr Kletterer, die an der Wand neben den klettertechnischen Anforderungen auch ihren Alltagsproblemen begegnen.  Da ist der überlastete Typ, dessen Alltag und Verantwortung so schlauchen, dass rein nichts mehr geht, weil rein physisch und psychisch einfach nichts mehr an Motivation vorhanden ist, eher noch mit Kraftlosigkeit oder Angst ins Negative führt… der Erfolgsmensch, den all der Erfolgsdruck (selbstgemacht natürlich, denn wir sprechen hier von Freizeit) an Aufgaben deutlich unter seinem Leistungsniveau scheitern lässt…  der Unterschätzte, der mittlerweile davon ausgeht, dass das, was man von ihm denkt der Wahrheit entspricht, ohne sich selbst ausprobiert zu haben und damit gar nicht erst einer Aufgabe stellt, die der Erfolgsmensch zielgerichtet und in der Annahme, ihr definitiv irgendwie gewachsen zu sein, einfach angehen würde… (weiteres hier)

Klettern…der Sport
…die physische Komponente. Diese zu trainieren ist die üblichere, aber eben nur gleichwertige Seite des Kletterns. Was ist nötig, um gut zu klettern, was erwarte ich vom klettern, was kann klettern und was braucht es dazu?

Und nun?
Wir sind dabei, beiden Seiten der Medaille Beachtung zu schenken. Die physische Komponente ist schuld, dass gerade die kleinen Sportgeräte mit großem Nutzen Einzug in die Kletterhalle halten. Wir werden im Eigenversuch testen, was gut ist für Fitness, Kraft, Ausdauer, Körperspannung und Beweglichkeit, was nutzen wir tatsächlcih in einem Alltag, der nicht nur Raum für Klettern bietet und was können wir empfehlen. Wir setzen uns mit Physiotherapeuten zusammen und gleichen ab, schauen, was von besonderer Wirksamkeit ist und werden in Kürze berichten, wie es uns selbst mit den Übungen ergeht.

Das, was an Wahrheiten im Klettern steckt, was es uns selbst über uns sagt, uns direkt im Klettern zeigt, kann jeder bei uns selbst erleben. Ihr bekommt mt der kleinen Kletterhalle den geschützten Raum, Trainer, die euch begleiten, Videoauswertung und Gesprächezeigen in der Regel genau das, was ihr beim Klettern schon selbst gespürt habt und dadurch, dass diese Erkenntnis “gefühlt” wurde, leichter glauben könnt. Was am Ende jeder mit dieser Erkenntnis anfangen kann, liegt bei jedem selbst. Und manchmal ist da eine Idee, wie die eine oder andere Überzeugung an der Kletterwand einfach und für immer über Bord geworfen werden kann… auch wenn es die eine oder andere Route benötigt, die wir euch natürlich dann schrauben:)

Egal, was ihr am Ende sucht…ihr werdet beides hier finden: den Spaß an der Bewegung, der Herausforderung, aber auch dem Spüren der Zwischentöne und dem, was noch so alles möglich ist. Wir freuen uns auf spannende Klettermomente und werden berichten, welche Fortschritte das begleitende Training macht:)

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Das “Problem” Kindergeburtstag in der Kletterhalle

In der Überzeugung,  dass sich Kletterhallen nur unter ganz bestimmten Bedingungen wirklich für Kindergeburtstage eignen (Kindergeburtstage und normaler Kletterbetrieb werden oft nicht getrennt und dem Klettern für Kindergeburtstage fehlt die für das Klettern unbedingt  notwendige Ernsthaftigkeit, die in diesem Kontext nicht vermittelbar ist), sind Anfragen für solche in der Kletterhalle Löhmaer Schweiz bislang nie bestätigt worden.

Diesmal hat uns die besondere Konstellation dazu bewegt, das Thema in irgendeiner Form lösbar zu machen, weil das Problem, dass unserer Ansicht nach Kinder unter 10-11 Jahren an Kletterwänden nur eingeschränkt wirklich Gewinn haben können, die Lust am Klettern nicht nachlassen lässt.

Deshalb hat outside aktiv ein Angebot entwickelt, bei dem Kinder ab 9 Jahren ins Klettern hineinschnuppern können und bei sinnvollen Herausforderungen Spaß haben und das so aussieht:

Die Kletterhalle Löhmaer Schweiz kann für Kindergruppen so genutzt werden, dass das Klettern nur in Absprunghöhe stattfindet und trotzdem spannend und anspruchsvoll ist. Wer zögerlich ist, bekommt Hilfestellungen. Geklettert wird nach Zahlen bzw. in die Höhe, um sich das neue Klettershirt überziehen zu können. Damit das klappt, ist ein stabiler Stand in der Verschneidung notwendig.

In die Höhe geht es dann per Strickleiter zum Rätselklettern (schweres Rätsel wenig Stufen, leichtes Rätsel Stufen bis unter das Hallendach… man kann also entscheiden, wofür der Mut reicht und nicht wenige entwickeln spätestens hier Kämpfergeist und tauschen schweres Rätsel gegen Höhe ein) und zum Schluß mit dem Flaschenzug, bei dem jedes Kind von den anderen bis unters Hallendach gezogen wird.

Wer Interesse an der Kletterchallenge hat, kann sich gern bei uns melden, je nach Alter der Kinder passen wir ggf. die Aufgaben an. Das Mindestalter ist in jedem Fall 9 Jahre.

Wieviel Trend verträgt die Kletterei

Zufälliges Zusammentreffen oder nur Gelegenheit am heutigen Tag, das (wieder einmal) die Frage aufwirft, wieviel Trend verträgt die Kletterei.

Volksfest auf dem Geländer der Buga in Ronneburg und die Frage, ob der Kletterturm für Laufpublikum geöffnet hat… dazu Kletterer in der Kletterhalle Löhma, die gern in Ronneburg klettern möchten und eigentlich auch könnten, wenn sie nicht einen Kletterkurs belegt hätten, der statt Topropekurs besser Sicherungskurs gehießen hätte und so gestaltet ist, dass man eigentlich erst nach einem weiteren Kurs halbwegs kletterfit ist (was nicht jedem klar ist), da es zunehmend um Geld verdienen geht mit einem Trend, der da klettern heißt.

Und genau darum und weil Verantwortung beim Klettern und das Thema Ernsthaftigkeit uns wichtig ist, müssen Kletterer, die Zutritt zum freien Klettern am Turm haben wollen, bei uns vorweisen, dass sie klettern wirklich beherrschen, was da heißt: mehrere Sicherungstechniken beherrschen (die beste für mich ganz sicher), klettern ansich, im Vorstieg klettern, abseilen in mehreren Varianten und Umbau. Wiederholt hat die Realität gezeigt, dass herkömmliche Kletterscheine oder andere Kletterkurse das nur unzureichend sicherstellen.

Und genau darum, macht es für uns zunehmend weniger Sinn, an einem Tag, an dem Klettern dem Zeitvertreib und der Unterhaltung dient, den Kletterurm für viel zu kleine/junge Kletterer zugänglich zu machen, die besser auf dem Klettergerüst oder dem Baum in Omas Garten aufgehoben wären, weil der Kletterturm oftmals für deren Größe ungeeignet ist, die Routen doch zu schwer sind und vom eigentlichen Klettern nichts vermittelt werden kann.

Gerade weil Klettern zur Trendsportart geworden ist, ist Achtsamkeit angesagt und Verantwortung für jeden, der klettern lernen will. Klettern ist ein Sport, der mit Halbwissen ausgeübt, gefährlich werden kann und genau deshalb, haben wir uns entschieden, jedem, der ernsthaft klettern lernen will, mit Kletterkursen, in denen sofort im Vorstieg und mit sauberer Technik klettern gelernt wird, zur Verfügung zu stehen, zum Probieren die reichlich vorhandenen Boulderhallen zu empfehlen.

Die Frage des "zum Spaß Kletterns" oder des "einfach nur bewegen Wollens" erübrigt sich, wenn man die Unfallstatistik in Kletterhallen ansieht oder sich mit offenen Augen dort umsieht und genau dieses Verantwortungsbewusstsein müssen wir auch Kindern lernen, weil die der Nachwuchs in den Kletterhallen und am Felsen sind.

Deshalb steht der Kletterturm Ronneburg fast ausschließlich noch Kletterern zur Verfügung, die sicheres Klettern nachweisen können oder denen, die sich bewusst dazu entschieden haben, ernsthaft klettern zu lernen.

Wer probieren will, ob er mit diesem Sport etwas anfangen kann, hat einmal monatlich dazu Gelegenheit (am 1. Sonntag / Monat), das Mindestalter zum Schnupperklettern ist 8 Jahre. Kletterkurse sind bei uns erst ab einem Alter von 10-11 Jahren möglich, weil sofort im Vorstieg geklettert wird und motorische Fähigkeiten, die Konzentration für einen 2tägigen recht informationsvollen Kurs sowie ausreichend Verantwortungsbewusstsein für einen Kletterpartner gegeben sein müssen.

Alles außer unmöglich…

over50

Gesundheit und Fitness durch Klettern

Die Kletterhalle in der Löhmaer Schweiz hatte über die Osterfeiertage einen eher ungewöhnlichen Gast, obwohl wir uns öfter wünschen würden, dass man sich jenseits der 50 oder 60 traut, das Klettern für sich zu entdecken.

Am Ende hatte der Kletterer (68) seine Rückenprobleme nicht nur für den Moment vergessen, sondern sogar ein wenig vom Hals, wir ein paar unvergesslich schöne Momente und einen regelmäßigen Klettergast für die Zukunft. Ein Grund mehr, dass für uns die Ausrede des Alters wirklich nur eine Ausrede bleibt.

Wer Lust hat, kann seine Grenzen in jedem Alter testen, kann sehen, wie weit er sich belasten kann und will, so auch noch weit jenseits der 50 ungeahnte Fortbewegungen für sich entdecken und die eigene Bewegungsfähigkeit erhalten und sogar verbessern.

Aktuelles Angebot von outside-aktiv climb out fifty

Klettersteigphilosphie

Wir haben den Höhenglücksteig begangen, einen Klettersteig im Hirschbachtal, der Anfänger ebenso glücklich machen kann wie ambitionierte Sportkletterer, wie sich zeigt. Dabei waren nämlich Anfänger mit Höhenproblemen und Kletterer, die auch auf einem Steig echtes Kletterfeeling suchen.

Der Höhenglücksteig ist deshalb so flexibel nutzbar, weil er in 3 gut ausgeschilderte Einzelteile aufgegliedert ist, die man alle nacheinander gehen KANN, aber nicht muss. Ein Ausstieg ist jederzeit möglich, darüber hinaus auch während eines Teiles das Umgehen von Passagen sowie der Wiedereinstieg. Das macht diesen Klettersteig zu einem Multitalent, auf dem jeder auf seine Kosten kommt. Angesichts dieser Voraussetzungen und einem Felsen mit unendlichen Giff- und Trittmöglichkeiten macht es fast sprachlos, wie wenige einen Klettersteig dazu nutzen, wozu er eigentlich auch da ist: zum Klettern. Das Hangeln am Seil scheint das Synonym für Klettersteiggehen zu werden und selbst Neueinsteiger werden infiziert, weil sie fast nichts anderes zu sehen bekommen.

Wir haben Wikipedia befragt und folgende Definition gefunden (Auszug), die nachdenklich macht:
“Ein Klettersteig ist ein mit Eisenleitern, Eisenstiften, Klammern (als Trittstufen) und (Stahl-)Seilen gesicherter (versicherter) Kletterweg am natürlichen oder künstlichen Fels. Früher wurden Felspassagen von Wanderwegen mit Stahlseilen abgesichert. Daraus entwickelten sich mit der Zeit Klettersteige, die immer schwierigere Routen für Nicht-Kletterer begehbar machten. Heute hat sich das Begehen von Klettersteigen zu einer eigenen alpinen Disziplin weiterentwickelt. Das in einen Klettersteig eingebrachte Eisen dient einerseits der Fortbewegung (zusätzliche Griffe und Tritte), andererseits der Selbstsicherung mit einem sogenannten Kletters
teigset. … Manche Kletterer versuchen, eine Route frei zu klettern, indem sie das in den Steig eingebrachte Eisen lediglich zur Sicherung und nicht zur Fortbewegung benutzen.”

Fast mag man meinen, es würden Schilder existieren, auf denen steht “Das Berühren des Felsens ist untersagt.” www.bergzeit.de weckt in uns ein paar mehr Hoffnungen, dass Handschuhe wirklich dafür genutzt werden, wofür sie ggf. mitgenommen werden können/sollten: dem Schutz vor beschädigten Seilteilen oder zur Unterstützung bei langen Klettersteigen mit dünnen Seilen und schweren Passagen, die ohne Seil nicht begehbar wären….:
Im Mittelpunkt des Klettersteiggehens steht die Kontrolle des Körperschwerpunktes. Genau so wie beim freien Klettern, muss der Körperschwerpunkt zur Seite verlagert werden, um in der Abfolge mit den Füßen ruhig und kontrolliert weiter nach oben antreten zu können. Hierfür wird der auf stabilen Tritt stehende Fuß belastet, was dem freistehenden Bein das höher steigen ermöglicht. Gerade dieser Bewegungsablauf ist in der Umsetzung im Felsgelände am Klettersteig nicht immer einfach und sollte vorab intensiv geübt werden. Ein weiterer Aspekt der das Üben der Gewichtsverlagerung unterstreicht ist die Tatsache, dass beim Klettersteiggehen je nach Charakter des Steiges meist mit robusten und stabilen Bergschuhen gegangen wird. Spezielle Kletterschuhe mit guter Reibung wie man sie beim Sportklettern trägt, benötigt man nur in wirklich sportlich anspruchsvollen Klettersteigrouten. Hieraus ergibt sich auch der wesentliche Unterschied vom Klettersteiggehen zum eigentlichen Klettern. Beim Klettersteiggehen ist der Routenverlauf durch das Drahtseil vorgegeben, das auch das aufwendige Suchen nach Tritten und Griffen erspart.

Irgendwie macht das mehr Sinn, auch wenn man die Klettersteiggeher beobachtet, die schon im Teil 1 dieses wundervollen Klettersteiges müde am Seil hängen und über Teil 2 kaum noch nachdenken können, weil die Hände am Ende des Machbaren sind. Gute Absicherung verleitet hier dazu, Schwierigkeiten zu wählen, die dem eigenen Können nicht angemessen sind. Für uns heisst das klar als Empfehlung: Handschuhe sind Geschmackssache und in der Regel für einfache Klettersteige nicht nötig. In alpinen Steigen mit hohem Anspruch kann es Momente und kurze Passagen geben, in denen man die Hände dadurch entlasten kann, weil Kraft und Ausdauer in ganz anderen Dimensionen gefordert sind.

Prinzipiell sind Seile Absicherungen, der Fels sollte so oft wie möglich benutzt werden, ob als Tritt oder für die Hände… Unendliche Kletterrouten in machbarem Schwierigkeitsgrad und meist toller Landschaft – was kann es besseres geben? Klettersteiggehen ist immer mehr zum Trend geworden, sollte vielleicht daher auch technisch gesehen ein wenig mehr Aufmerksamkeit bekommen und nicht jedes Beklimmen eines Steiges ist wirkliches Klettersteiggehen, wie auch unsere Fotos zeigen. Man vergibt sich genau das, was der größte Reiz sein sollte…

Wer sich vor dem Begehen eines Klettersteiges unsicher fühlt, sollte sich einen Kurs zum Thema suchen und darauf achten, dass man vom Kursleiter im Nutzen der natürlichen Gegebenheiten (Felsen) ausreichend geschult und fit gemacht und im Kurs neben Sicherungstechniken genaus das geübt wird.

 

Was ist machbar?

Mehrere Situationen – eine Frage: Was ist machbar?

Ein Buch über Extremsportler (Marathonläufer, Kajakfahrer, Eiskletterer, Taucher…) wirft die Frage auf: was ist eigentlich Extremsport? Gibt es den überhaupt? Wieso verschieben sich dann Grenzen immmer wieder bis ins fast Unfassbare nach oben (auch ohne Doping) oder schafft bei einem Wettkampf zwischen Extremsportlern und einem Teilnehmer aus einem Naturvolk derselbe den Sieg, obwohl wesentlich schlechter ausgerüstet und ganz sicher nicht trainiert?

Wieso strebt man im Shaolin nicht nur nach Perfektion der Bewegung, sondern der Einheit zwischen Körper und Geist und hofft, dadurch weitere Grenzen zu verschieben und macht scheinbar Unmögliches möglich?

Wieso sind manche Dinge fast mühelos möglich, wenn man sich auf die eigenen Fähigkeiten verlässt, sobald aber die ersten Zweifel aufsteigen, sinkt sofort die Leistungsfähigkeit?

Wie schafft es ein Sportler jenseits der 50 jeden eines Besseren zu belehren, der von nachlassender Beweglichkeit, fehlender Kondition etc. überzeugt ist und dann sehen muss, dass durchaus Leistungen im Spitzenniveau möglich sind?

Die Ansicht, dass unsere Einstellung, unser Blick auf das Mögliche (und nicht das Unmögliche oder demnächst nicht mehr Schaffbare oder noch nie zu Schaffende) und ein ruhiger Geist Lebensqualität bringt, bestätigen im Alltag die, die immer das Unmögliche wagen, die Grenzen ein Stück nach oben verschieben… ohne von oben eine selbst erdachte Grenze dagegen zu setzen. Alles ist machbar. Und die Frage, ob Extremsport nun wirklich welcher ist, bleibt noch immer offen.

Sicher ist sicher

Wer klettert, braucht einen Kletterpartner, der in der Regel jemand ist,dem man uneingechränkt vertraut.
Dass dieser Kletterpartner die absolut wesentliche Rolle spielt, scheint aber nicht immer klar zu sein, obwohl er derjenige ist, der die sichere, entspannte Kletterroute erst möglich macht.

In letzter Zeit oft gesehen:
* Kletterpartner, die in unterschiedlichem Level klettern und dann, um beispielsweise Vorstieg klettern zu können, einen unerfahrenen Kletterpartner mehr oder weniger in die Rolle des Sicherers drängen, die dieser unmöglich füllen kann (technische Eigenheiten des Sicherungsgerätes + Verantwortung dem Kletterpartner gegenüber + Überblick über den Ablauf der Klettertour überfordern)
* Die Aussage: “Ich kann sichern.”, die nicht mehr oder weniger bedeutet: Ich weiss, wie ich mein Sicherungsgerät am Gurt befestige. Die Nutzung ist oft stark fehlerbehaftet, weil nicht darüber nachgedacht wird, was passiert, wenn wirklich jemand ins Seil fällt und die Sicherung als solche greifen muss (ein Tube und Hand regelmässig nicht am nach unten gehenden Seilende, weil es sich so scheinbar besser nachgreifen lässt…?)… Aber: ich habe das so gelernt und klettere seit 2 Jahren so. (Gottseidank hatte der Schutzengel 24h-Schichten…)
* “Sichere mich mal schnell…”… woher weiss ich, dass der Kletterpartner am unteren Ende wirklich weiss, wie man sichert???
* Man wird an einer Route angesprochen, weil irgendetwas nicht ganz sicher scheint, lehnt aber diese Hilfe oft unbegründet ab… Für uns unverständlich, weil die Erfahrungen anderer Kletterer durchaus hilfreich sein können.

In jedem Fall scheint es selbst bei der Nutzung der grundlegenden Sicherungsgeräte (HMS, Tube) noch Nachholebedarf zu geben. Das vermeintliche Wissen um Handhabeung des Sicherungsgerätes ist oftmals nur von Freunden oder Bekannten weitergegebenes Wissen, wobei selbst kleine Fehler “weitervererbt” werden und das Klettern zum Sicherungsrisiko werden lassen.

Wir empfehlen bei Unsicherheit einen Blick ins Internet oder den Besuch eines Sicherungskurses. Manchmal macht es auch Sinn, einem unerfahrenen Kletterpartner ein Sicherungsgerät zu überlassen, das einfach zu handhaben ist und beim Sturz selbst blockiert (unser Favorit: Smart von Mammut)

Die Kraft der Konzentration

klettern

“Das Gehirn ist der wichtigste Muskel beim Klettern” (Wolfgang Güllich Buch “Klettern heißt frei sein” )
Konzentration und Motivation entspringen im Kopf und wer schlampig klettert oder zweifelt, der findet sich schnell im Seil wieder. Ob es nun die blaue Route in der Halle oder das schwere Projekt am Fels ist – mit Konzentration und Motivation klettert es sich besser.

Konzentriere dich
Vorbereitung ist alles für deine nächste Route (Gurt, Material, Einbindeknoten, Partnercheck) und das nicht erst dann, wenn du schon in der Wand an deiner Schlüsselstelle bist! Achte in deiner Route nicht mehr auf deinen Sicherungspartner (dem musst du blind vertrauen), nicht auf  Zuschauer und nicht auf den Kletterer in der Route nebenan. Deine Konzentration ist immer bei deinem nächsten Schritt und dabei, diesen sauber auszuführen.

Sei entschlossen, mach’ keine halben Sachen
Wenn du steigst, dann gib alles, außer halbherzigen Versuchen. Wenn du aus der Route fällst, versuche zu ergründen, woran es lag und versuche es erneut, mache ausreichend Pausen (bei Projekten an der Leistungsgrenze 30-60 Minuten). Für manche Züge braucht man extreme Entschlossenheit, um wirklich alles geben zu können.

Trotz Entschlossenheit gilt es, gelassen zu bleiben und das Atmen nicht zu vergessen… 
Manchmal bekommt man Angst, weil man merkt, dass man gleich aus der Route fällt. Dann heißt es konzentriert bleiben,  tief und gleichmäßig atmen, cool bleiben und weiterklettern. Finde die richtige Balance zwischen Anspannung und Entspannung. Dann kannst du, selbst wenn du fällst, mit dir zufrieden sein, denn du hast dein Bestes gegeben. Nicht verkrampfen!

Hier ein interessantes Video:

Klettern = Meditation + Bewegung

Döbritzer Schweiz

Klettern ?
Was ist Klettern eigentlich?  Lebenseinstellung? Breitensport? Freizeitvergnügen? Schulsport? Therapie? Extremsport? Wohl von allem etwas.

Richtig ist: Die Faszination des Kletterns hat längst unfassbar viele Menschen erfasst und es werden immer mehr.  Welche Aspekte dabei im Vordergrund stehen, spielt keine Rolle (sportlicher Ergeiz, Naturerlebnis, Selbstverwirklichung oder Selbstfindung inmitten der Hektik des Alltages). Klettern ist körperlich und mental ganzheitlich.

Es schenkt Hoch- und Selbstwertgefühle, fördert Selbstüberwindung und Angstabbau, schafft Verständnis für die Natur. Klettern richtet sich an Jung und Alt, eignet sich für pädagogische Ansätze und hält körperlich sowie mental fit und beweglich!

Gleichzeitig stellt es hohe Anforderungen an Technik, Ausdauer, Kraft und Konzentration. Deshalb sind kompetente Anleitung, richtiges Training, Trainingsmöglichkeiten und praktische Erfahrung unverzichtbar. Nur so bringt Klettern dauerhaft Spaß und Erfolg.

 

Kletterschwierigkeit

Döbritzer Schweiz

Als Schwierigkeitsskala (auch Schwierigkeitsgrad) bezeichnet man beim Klettern und Bergsteigen eine Skala aus Zahlen oder Buchstaben, die die Schwierigkeit einer Kletterroute beschreibt. Durch die Verwendung einer Bewertungsskala lässt sich die Schwierigkeit verschiedener Kletterrouten vergleichen.

Für die verschiedenen Spielformen des Kletterns und Bergsteigens existieren jeweils unterschiedliche Bewertungsskalen, die die für diese Sportart spezifischen Beanspruchungen berücksichtigen. So spielen beim Freiklettern andere Faktoren eine Rolle, als beim technischen oder Eisklettern. Während bei Skalen, die für den alpinen Bereich konzipiert sind, häufig versucht wird, der Vielfalt verschiedener Anforderungen wie Ernsthaftigkeit (z. B. Ausgesetztheit, Absicherungsqualität, Brüchigkeit) oder konditioneller Belastung (z. B. Länge der Tour) Rechnung zu tragen, konzentrieren sich Skalen im Sportklettern meist auf die klettertechnische Schwierigkeit. Maßgeblich für die Bewertung ist hierbei die Schwierigkeit der Schlüsselstelle.

Die Bewertung der Schwierigkeit einer Route beruht auf normalen Bedingungen. Es darf also nicht außer acht gelassen werden, dass etwa nasser oder vereister Fels viel größere Anforderungen an den Begeher stellt.

Eine Tabelle findest du >>hier

 

Was bedeutet Klettern

Klettern beginnt im Unterschied zum Gehen dort, wo die Hände zum Halten des Gleichgewichts oder zur Fortbewegung zu Hilfe genommen werden müssen.  Klettern erfordert ein ständiges und teilweise spezielles Beweglichkeits- und Krafttraining.

Kletterer müssen neben der Klettertechnik auch die Sicherungstechnik perfekt beherrschen. Geklettert wird in einer Seilschaft, bei der sich mindestens zwei Kletterer mit dem Seil gegenseitig sichern. Während einer klettert, wird er von seinem Partner gesichert. Das Seil soll im Falle eines Sturzes den Partner vor dem Absturz bewahren und die Folgen des Sturzes mindern. Zur Verankerung im Fels verwendet man Haken, Schlingen oder andere Sicherungsmittel. Heute haben Klemmkeile und Friends, die klassischen Haken, die mit einem Hammer in Gesteinsfugen geschlagen wurden, abgelöst. Auf sehr schwierigen Routen setzt man feste Bohrhaken.

Aus dem anfänglichen Klettern entwickelten sich mit der Zeit spezielle Kletterarten wie zum Beispiel:

  • Sportklettern ( künstliche Kletterwände, Felsengärten mit gebohrten Routen)
  • Bouldern ( Klettern in Ansprunghöhe ohne Sicherungsseil)
  • Alpinklettern ( gebohrte und unerschlossene Kletterrouten im Gebirge – Mehrseillängen)
  • Eisklettern ( mit Steigeisen und Eisaxt am Eis)
  • Mixedklettern ( Mischung aus Eisklettern und Felsen mit der Ausrüstung vom Eisklettern)
  • Klettersteig ( Kletteroute abgesichert mit Stahlseil)